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Speicher, Netz und virtuelle Kraftwerke

Großspeicher und Netzanschluss: Vier Bausteine, ein System.

PV, Speicher, Ladeinfrastruktur und Netzanschluss entfalten ihren Wert erst gemeinsam. Der Speicher ist dabei das Bindeglied — wer die vier einzeln plant, zahlt die Schnittstellen später.

  • 4 Bausteine
  • Zwei Wege: BTM und FTM
  • Netzanschluss zuerst

Explosionszeichnung · die Bausteine eines Energiesystems

Großspeicher

Was ein Großspeicher für Ihren Standort leistet.

Fünf Wirkungen, die sich am selben Gerät überlagern. Welche davon den größten Hebel hat, zeigt der Lastgang — danach richtet sich die Auslegung.

  • 01 Leistungspreis senken Der Speicher kappt Ihre Lastspitzen und reduziert so die Jahreshöchstlast, nach der sich Ihr Leistungspreis bemisst.
  • 02 Netzausbau vermeiden oder verschieben Hohe Lasten durch Flottenladung oder Maschinenanlauf werden aus dem Speicher gedeckt. Ihr bestehender Anschluss reicht länger aus.
  • 03 Mehr eigenen Solarstrom nutzen Überschüsse vom Tag stehen in der Spät- und Nachtschicht zur Verfügung.
  • 04 Produktion schützen Der Speicher stabilisiert Ihr Werksnetz bei Spannungseinbrüchen und Flicker und entlastet empfindliche Maschinen.
  • 05 Zusätzlich verdienen Freie Kapazität vermarkten wir über unser virtuelles Kraftwerk an den Energiemärkten.

Zusammenspiel

Jeder Baustein verändert die drei anderen.

Eine größere PV-Anlage verschiebt die Einspeisung und damit die Netzfrage. Ein Speicher verändert den Bezug und die Lastspitze. Ladepunkte heben die Spitze wieder an. Der Netzanschluss begrenzt alles. Deshalb rechnen wir die vier zusammen, nicht nacheinander.

Wirkungskette 4 Zusammenhänge
Änderung Direkte Wirkung Folge für das System
01Mehr Erzeugung hebt die Einspeisung verschärft die Netzfrage
02Speicher dazu senkt Bezug und Lastspitze verändert die Wirtschaftlichkeit der Anlage
03Ladepunkte dazu heben die Lastspitze verlangen Lastmanagement oder mehr Anschlussleistung
04Netzanschluss begrenzt Einspeisung und Bezug bestimmt, was von allem möglich ist

01 Photovoltaik

Erzeugung, die zum Verbrauch passt

Die Anlagengröße kommt aus dem Lastgang, nicht aus der Dachfläche. Ausrichtung und Belegung folgen der Frage, wann im Tag verbraucht wird — eine Ost-West-Belegung liefert flacher, aber länger.

  • Fläche und Statik

    Was trägt das Dach, was ist belegbar, wo liegen Aufbauten und Wege?

  • Ausrichtung und Neigung

    Süd liefert die höhere Spitze, Ost-West das breitere Band.

  • Verschattung

    Aufbauten, Nachbargebäude und Bäume über den Tages- und Jahresverlauf.

  • Eigenverbrauch

    Der Anteil, der direkt im Haus bleibt, entscheidet über die Wirtschaftlichkeit.

Abb. 01 Sonnenstand und Verschattung über den Tag

02 Speicher und BESS

Energie verschieben, Spitzen kappen

Ein Speicher hat zwei Aufgaben, die sich widersprechen können: Eigenverbrauch erhöhen und Lastspitzen kappen. Welche überwiegt, entscheidet die Betriebsweise — und die gehört in die Auslegung, nicht in die Inbetriebnahme.

  • Auslegung aus dem Lastprofil

    15-Minuten-Werte zeigen, wann und wie lange die Spitze steht.

  • Leistung und Kapazität

    Zwei verschiedene Größen. Für Spitzenkappung zählt die Leistung.

  • Aufstellort und Brandschutz

    Innen, außen, Abstand, Zugänglichkeit, Brandschutzkonzept.

  • Betriebsweise

    Eigenverbrauch, Spitzenkappung, Netzdienlichkeit — Prioritäten festlegen.

Abb. 02 Speicher lädt und entlädt über den Tag

03 Ladeinfrastruktur

Ladepunkte verändern den Standort

Ladepunkte sind technisch selten das Problem. Der Anschluss ist es: Mehrere Ladepunkte gleichzeitig heben die Lastspitze deutlich — mit Lastmanagement lässt sich das begrenzen, ohne den Betrieb zu stören.

  • Nutzungsprofil

    Wer lädt wann, wie lange steht das Fahrzeug, wie viel muss nachgeladen werden?

  • Gleichzeitigkeit

    Selten laden alle gleichzeitig mit voller Leistung — das ist der Hebel.

  • Lastmanagement

    Verteilt die verfügbare Leistung dynamisch statt den Anschluss zu vergrößern.

  • Ausbaustufen

    Leerrohre und Reserven heute legen, Ladepunkte später ergänzen.

Abb. 03 Ladepunkte mit Lastmanagement

04 Netzanschluss

Was das Netz erlaubt, bestimmt den Rest

Anschlussleistung, Netzverknüpfungspunkt und Spannungsebene stehen am Anfang jeder ernsthaften Planung. Sie sind der einzige Teil des Projekts, den man nicht selbst entscheidet.

  • Anschlussbegehren

    Formal beim Netzbetreiber, mit den Daten aus der Vorplanung.

  • Spannungsebene

    Niederspannung oder Mittelspannung — mit Folgen für Technik und Kosten.

  • Fristen

    Die Bearbeitungszeit liegt beim Netzbetreiber. Früh stellen ist der einzige Hebel.

  • Stromqualität

    Oberschwingungen und Blindleistung, bevor sie im Betrieb auffallen.

Abb. 04 Netzknoten und Spannungsebenen

Lastgang

Die eine Datei, die alles entscheidet.

Der Lastgang in 15-Minuten-Werten zeigt, wann Energie gebraucht wird und wie hoch die Spitzen stehen. Aus ihm folgen Anlagengröße, Speichergröße, Betriebsweise und die Frage, ob Lastmanagement nötig ist. Ohne ihn ist jede Auslegung geraten.

  • 01 Die Spitze bestimmt den Leistungspreis, nicht der Verbrauch
  • 02 Ein einziger Ausreißer im Jahr kann die Abrechnung prägen
  • 03 Erst die Viertelstundenwerte zeigen, ob ein Speicher die Spitze überhaupt erreicht

Das Zwei-Wege-Prinzip

Hinter dem Zähler oder davor — der Mehrwert entsteht nicht überall an derselben Stelle.

Ein Speicher kann zwei sehr verschiedene Aufgaben haben. Welche die richtige ist, entscheidet der Standort: ob Verbrauch da ist, ob Netzanschlussleistung frei ist, ob Fläche brachliegt.

BTM Behind the Meter

Auf dem Zähler

Für wen Produktionsbetriebe, Logistikstandorte und Gewerbeparks mit eigenem Verbrauch.

  • Priorität liegt beim Betrieb: Die Anlage speist zuerst in den internen Verbrauch.
  • Der Speicher kappt die viertelstündlichen Verbrauchsspitzen und kann damit den Leistungspreis senken.
  • Ist der Speicher voll und die Produktion ruht, vermarktet das virtuelle Kraftwerk die freie Kapazität am Regelleistungs- oder Spotmarkt.

Senkung der laufenden Stromkosten bei uneingeschränkter Versorgungssicherheit.

FTM Front of the Meter

Vor dem Zähler

Für wen Industrieareale mit freien Flächen oder ungenutzter Netzanschlussleistung, dazu eigenständige Speicherprojekte.

  • Der Großspeicher hängt direkt am Mittel- oder Hochspannungsnetz, unabhängig vom Betriebsnetz.
  • Automatisierte Teilnahme an den Regelenergiemärkten (FCR, aFRR).
  • Ausnutzung von Preisunterschieden an der Börse: laden, wenn Strom billig ist, einspeisen, wenn er teuer ist.

Ungenutzte Grundstücke oder Trafokapazitäten werden zur Einnahmequelle — ohne Berührung des Kerngeschäfts.

Beides zusammen ist möglich: Unter der Woche sichert das System die Produktionslasten ab, zu lastarmen Zeiten handelt es am Energiemarkt. Was dabei erzielbar ist, hängt an Marktpreisen und an der Leistung, die tatsächlich frei ist — wir rechnen Bandbreiten, keine Zusagen.

Grundsatz

Der Netzanschluss ist die einzige Größe im Projekt, die Sie nicht selbst entscheiden.

Alles andere richtet sich danach. Deshalb steht er bei uns am Anfang — und deshalb entscheidet später die Steuerung darüber, wie weit er reicht.

Stromqualität

Was im Netz passiert, sieht man erst, wenn man misst.

Wechselrichter, Ladepunkte und Antriebe verändern die Qualität der Spannung. Oberschwingungen und Blindleistung führen zu Verlusten, Erwärmung und im Zweifel zu Auflagen des Netzbetreibers. Eine Messung über eine typische Woche zeigt, woran man ist — vor der Erweiterung, nicht danach.

Stromqualität als Leistung

Häufige Fragen

Was zu Speicher und Netz oft gefragt wird.

01 Brauchen wir überhaupt einen Speicher?

Das entscheidet das Lastprofil. Ein Speicher lohnt sich, wenn er entweder Eigenverbrauch deutlich erhöht oder eine wiederkehrende Lastspitze zuverlässig kappt. Zeigt der Lastgang beides nicht, sagen wir das.

02 Können wir die Anlage später erweitern?

Meist ja, aber es ist eine Frage des Anschlusses und der Vorbereitung. Leerrohre, Platz im Schaltraum und eine Anschlussreserve kosten heute wenig und später viel.

03 Was passiert, wenn der Netzbetreiber weniger Leistung zusagt als geplant?

Dann wird umgeplant, bevor investiert wird: kleinere Einspeisung, Abregelung, Speicher oder Lastmanagement. Genau deshalb steht die Netzfrage vor der Vergabe.

Standort-Check

Was ist an Ihrem Standort möglich?

In einem dreißigminütigen Erstgespräch bekommen Sie eine erste Einschätzung, welche Kombination aus Photovoltaik, Großspeicher und Ladeinfrastruktur Ihren Standort entlasten kann. Geprüft und gerechnet wird danach — mit Ihrem Lastgang und der Auskunft des Netzbetreibers.

  • Dreißig Minuten, ohne Vorbereitung, unverbindlich
  • Flächen- und Netzpotenzial: was technisch möglich ist
  • Finanzierungsoption: wie das Projekt ohne Ihr Budget läuft

Hilfreich, aber kein Muss

  • Lastgang oder Jahresverbrauch
  • Dachpläne oder Luftbild
  • Letzte Stromrechnung
  • Geplante Vorhaben am Standort

Liegt nichts davon vor, ist das kein Hindernis. Der Lastgang lässt sich beim Messstellenbetreiber anfordern — wir sagen im Gespräch, wie.